Die Bahnstrecke von Rumburk nach Sebnitz

Erste Planungen für eine Bahnstrecke über Schluckenau stammten aus dem Jahr 1870 als die Königlich Sächsische Staatseisenbahn den Bau der Strecke Bautzen – Bad Schandau plante. Damals sollte die Strecke über Schluckenau geführt werden. Die österreichische Regierung vergab am 17. Juli 1871 die Konzession für den Bau der Strecke Rumburk – Schluckenau an die Böhmische Nordbahn, mit der Option zur Verlängerung bis zur Landesgrenze (in Richtung Bautzen).
Übersichtskarte der Strecke Rumburk - Sebnitz(Sachs)


Strecken-NR. 6666 (DB)
083 (KBS CD)
Strecken- länge 27 km
Höchstgesch-windigkeit 90 km/h


km Betriebstelle
  von Ebersbach
0,0 Rumburk
  nach Bakov nad Jizerou
  nach Mikulášovice dolní n.
4,54 Valdek
(Hp. Waldecke)
7,219 Šluknov údolí
(Hp. Schluckenau-Karltal)
9,552 Šluknov
(Bf. Schluckenau)
11,571 Šluknov zastávka
(Hp. Kaiserswalde)
12,696 Ansl. Steinbruch Botzenberg
14,53 Velký Šenov zastávka
(Hp. Groß Schönau (Böhmen))
16,38 Velký Šenov
(Groß Schönau (Böhmen))
18,04 Lipová u Šluknova
(Hp. Hainspach)
  von Rumburk
20,224 Mikulášovice dolní n.
(Nixdorf unt Bf)
  Wölmsdorfer Viadukt
22,00 Vilémov u Šluknova
(Wölmsdorf b Schlukenau)
23,84 Horní Poustevna
(Ober Einsiedel)
25,887 Dolní Poustevna
(Nieder Einsiedel)
26,271 Staatsgrenze
von Neustadt(Sachs)
27,114 Sebnitz(Sachs)
nach Bad Schandau
Da keine Einigung mit Österreich zustande kam, bauten die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen die Bahnstrecke Bautzen–Bad Schandau in den Jahren 1873 bis 1877 ohne Berührung österreichischen Staatsgebietes. Die Strecke von Rumburg nach Schluckenau wurde am 8. Januar 1873 eröffnet. Eine Weiterführung dieser Strecke in Richtung Landesgrenze (gegen Bautzen) wurde nicht ausgeführt. 11 Jahre später wurde am 14. Dezember 1884 die Verlängerung Schluckenau–Nixdorf (Mikulášovice dolní nádraží) eröffnet.
Nach weiteren Verhandlungen zwischen Sachsen und Österreich-Ungarn wurde 1903 die Konzession zum Bau einer Lokalbahn bis zur Reichsgrenze nahe Niedereinsiedel an die Böhmische Nordbahn erteilt. Am 15. November 1904 wurde der verkehr bis Niedereinsiedel aufgenommen und am 14. Juni 1905 dann bis Sebnitz.
Mit der veränderten politischen Situation nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der grenzüberschreitende Verkehr 1945 eingestellt. In den Jahren nach 1945 sanken die Verkehrsleistungen auf dem verbliebenen Streckenteil bis Niedereinsiedel auf ein Minimum.

Seit 1990 wird insbesondere für den touristischen Verkehr immer wieder der Wiederaufbau des Bahngrenzüberganges in Sebnitz gefordert. 1997 drohte sogar die Einstellung des Bahnverkehrs nach einer gescheiterten Übernahme durch einen Privatbahnanbieter. Mit dem Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 wurden diese Bestrebungen zum Wiederaufbau nochmals intensiviert. 2006 wurde der Wiederaufbau des Bahngrenzüberganges Sebnitz vertraglich vereinbart. In den folgenden Jahren modernisierten die CD die Strecke schrittweise bis zur Grenze. So sind die Voraussetzungen für den Lückenschluss auf Tschechiens Seite bereits seit 2009 geschaffen.
Im Jahr 2012 wurde nach langen hin und her mit der Reaktivierung der Strecke nach Rumburk begonnen. 2013 wurden die Gleisanlagen der Strecke Sebnitz – Dolni Poustevna Komplet neu errichtet. Am 17.06.2014 fand die erste Testfahrt zwischen Sebnitz und Dolni Poustevna statt. Am 04.07.2014 fand dann die offizielle Einweihung, mit Taufe auf den Namen "Nationalparkbahn", der Strecke und am 05.07.2014 dann die Betriebsaufnahme auf der Strecke statt. Seitdem fahren die Züge nun von Rumburk über Sebnitz und Bad Schandau nach Decin und zurück, im 2h Takt. Gefahren wird mit Triebwagen der Br 642 Desiro von DB Regio, das Personal stellt die CD.

Bilder von der Strecke Rumburk - Sebnitz